Die Oper spielt in Sevilla, wo Carmen in einer Zigarettenfabrik arbeitet. Carmen ist eine Zigeunerin, stark und selbstbewusst und begehrt von fast allen Männern. Von fast allen – denn zunächst scheint sich der Sergeant Don José, dessen Kompagnie neben der Zigarettenfabrik Wache hält, nicht für sie zu interessieren. Als es zu einem Streit zwischen den Arbeiterinnen kommt, in dessen Verlauf Carmen eine Kollegin schwer verletzt, soll Don José sie auf Anordnung seines Offiziers ins Gefängnis bringen. Mit einem koketten Lied und der Aussicht auf ihre Liebe verführt sie ihn jedoch dazu, ihr zur Flucht zu verhelfen. Zur Strafe für die Fluchthilfe muss Don José nun selbst ins Gefängnis und wird zum einfachen Soldaten degradiert.
Nach seiner Entlassung eilt er sofort zu Carmen, das gemeinsame Glück ist aber nicht von Dauer: Erst prallen das Pflichtbewusstsein des Soldaten und der Freiheitsdrang der Zigeunerin aufeinander, die kein Verständnis dafür hat, dass er dem Appell seiner Kaserne folgt und dafür eine Liebesstunde mit ihr unterbricht. Dann erweist sich José auch noch als rasend eifersüchtig und greift sogar seinen Offizier an, als der, übrigens erfolglos, um Carmen wirbt.
Nach diesen Ereignissen lässt sich José zwar zur Desertion überreden und schließt sich Schmugglern an, mit denen Carmen zusammenarbeitet. Doch die Gefühle Carmens, die sich um jeden Preis frei fühlen will, sind erkaltet. Zur Katastrophe kommt es, als sie sich in den Torero Escamillo verliebt: José, der alles verloren hat, lauert ihr vor der Stierkampfarena auf. Erst fleht er sie an, zu ihm zurückzukehren, dann bedroht er sie. Als Carmen unnachgiebig bleibt und zu ihrem neuen Geliebten eilen will, sticht er zu. Während die Menge in der Arena Escamillos Sieg feiert, bricht Carmen tot zusammen.